Ausbildung zum Oberstufenlehrer an Waldorfschulen in Stuttgart
An der Freien Hochschule Stuttgart beginnt am 15. 2.
ein neuer Kurs mit der Ausbildung zum/zur Oberstufenlehrer(in),
der im Juli des Jahres 2000 abgeschlossen sein wird. Voraussetzung: abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister, Diplom, Staatsexamen)
in einem unterrichtsbezogenen Fach. Kurse im Ausbildungsjahr: Studium der anthroposophischen Anthropologie und Psychologie,
künstlerische Übungen
(Sprachgestaltung, Eurythmie, Malen, Plastizieren, Musik), grundlegende
erkenntnistheoretische Arbeit, fachspezifische Methodik und Didaktik,
praktische Ausbildung an Schulen (2-wöchige Hospitation, 3 4-wöchige
Praktika). Information:
Freie Hochschule Stuttgart, Seminar für Waldorfpädagogik,
Wenzel M. Götte, Haußmannstr. 44a, 70188 Stuttgart,
Tel. (0711) 21 09 40, Fax 210 94 29. Haus Freudenberg in Starnberg
12. bis 15. 2.: Ich-Entwicklung durch Verwandlungskraft.
Die geistige Aufgabe der Kelten und des irokeltischen Christentums
gestern und heute.
Seminar mit Markus Osterrieder und Irene Johanson. Auskunft und Anmeldung:
Haus Freudenberg, Prinz-Karl-Str. 16, 82319 Starnberg,
Tel. (08151) 123 79, Fax -282 62. Friedrich von Hardenberg Institut in Heidelberg
14. 1. : Die politischen Ereignisse des Jahres 1998 Rückblick und Ausblick.
Mit Johannes W. Schneider, Dortmund. 30. 1. bis 31. 1. : Die Anthroposophische Gesellschaft auf mysteriengeschichtlichem
Hintergrund.
Die Spiritualisierung des Denkens Die Mysterien des Lichts.
Der künstlerische Gestaltungsimpuls Die Mysterien des Raumes.
Das Ergreifen der Zivilisationsaufgaben Die Mysterien der Erde.
Auskunft und Anmeldung:
Hardenberg Institut, Hauptstr. 59, 69117 Heidelberg,
Tel. (06221) 251 34, Fax -216 40. Landwirtschaftliche Tagung in Dornach
10. bis 18. 1.: Arbeitswochen in Anthroposophie für Menschen,
die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft tätig sind. Programm: Landwirtschaftlicher Kurs, Philosophie der Freiheit,
Wahrnehmungsschulung an Landschaft, Wetter und Boden, soziale
Fragen,
Präparate, Eurythmie, Plastizieren. 3. bis 6. 2.: Die Zukunft unserer Kulturpflanzen.
Wege und Aufgaben des biologisch-dynamischen Landbaus in Pflanzenzucht
und Pflanzenbau. Auskunft: Landwirtschaftliche Abteilung am Goetheanum, Hügelweg 59, CH-4143
Dornach, Tel. (0041) 61-706 42 12, Fax -15. Anmeldung:
Goetheanum-Tagungsbüro, Postfach, CH-4143 Dornach,
Tel. (0041) 61-706 44 44, Fax -46. Weimarer Goethe-Zyklus
26. bis 28. 2.: Die Entwicklung der Ich-Kräfte am Beispiel von Goethes Faust.
Athys Floride, Frankreich. 12. bis 13. 4: Goethes Kenner- und Könnerschaft um das Rätsel der Zeit. Wolfgang
Schad, Witten/Herdecke. 14. bis 15. 5.: Goethe und die Pflanzenwelt. Ernst Michael Kranich, Stuttgart. 28. 7.: J. W. v. Goethe und Rudolf Steiner. Walter Kugler, Dornach
im Rahmen der Ausstellung der Wandtafelzeichnungen von Rudolf
Steiner (25. 7. bis 5. 9.). 24. bis 25. 9.: Goethes Idee von Wissenschaft. Renatus Ziegler, Dornach. 12. bis 13. 11: Goethes Begriff von Licht und seine Nähe zur Physik von heute.
Georg Maier, Dornach. Vollständiges Programm über den Weimarer Goethe-Zyklus anlässlich des Kulturstadtjahres
Weimar 1999 bitte anfordern (Rückporto beilegen). Auskunft und Anmeldung:
Förderverein Rudolf Steiner Haus Weimar. Europäische Begegnungsstätte
e.V.,
Meyerstr. 10, 99423 Weimar, Tel./Fax 036 43-40 22 23. Institut für soziale Gegenwartsfragen
29. bis 30. 1. in Bonn: Wettbewerbsneutrale Umfinanzierung der Lohnnebenkosten.
Zukunftssicherung der Sozialsysteme unter den Bedingungen der
Globalisierung.
Mit Ernst Schuberth, Udo Herrmannstorfer, Harald Spehl, Christoph
Strawe. 5. bis 7. 2. im Studienhaus Rüspe: Mut zur Veränderung
Die Waldorfschule im sozialen Wandel.
Eine Tagung für Eltern, Lehrer und wirtschaftlich Tätige.
Mit Christoph Leuthold, Udo Hermannstorfer, Christoph Strawe.
Auskunft und Anmeldung:
Institut für soziale Gegenwartsfragen,
Haußmannstr. 44a, 70188 Stuttgart, Tel. (0711) 23 68 950, Fax
-218 Freie Musik in Kassel
5. bis 7. 2.: Winterkurs Freie Musik. Solo- und Gruppenimprovisation.
Mit Rike Kohlhepp und Thomas Reuter. Anmeldung und Auskunft:
Rike Kohlhepp, Holzgarten 13 B., 34134 Kassel,
Tel./Fax 0561-378 81. Das Rätsel des Bösen
Zur Aufführung Der Großinquisitor von Fjodor Dostojewsky
Dies geht unter die Haut! Ein Abend, den man nicht so rasch vergisst. Voller Dramatik, ja, aber diese ist ganz nach innen genommen. Äußerlich geschieht fast nichts. In einem bibliotheksartigen Raum
sitzen zwei Brüder, Iwan und Aljoscha Karamasow, und reden miteinander, d.h. es ist
fast ausschließlich Iwan, der redet. Aljoscha, der Mönch, hört zu und nimmt ratlos das explosionsartig
sich über ihn ergießende Weltentsetzen in sich hinein.
Es gibt nichts Bestialischeres als den Menschen. Würde es nicht
reichen, dass Erwachsene sich gegenseitig foltern und töten? Aber oft sind die Opfer gerade Kinder. Unerbittlich reihen sich
Bilder des Grauens aneinander. Was sollte man mit jemand machen, der ein unschuldiges Kind von
Hunden zu Tode hetzen lässt? »Erschießen«, ruft selbst der Mönch spontan, um sofort über sich
selbst zu erschrecken. Fröstelnd erkennt man, dass keiner vom Kreislauf des Bösen ausgenommen
ist.
In die so vorbereitete Stimmung erzählt nun der Bruder die (von
ihm angeblich erfundene) Geschichte von dem in Sevilla wiedererschienenen Christus, der vom Großinquisitor zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt
wird. In unerbittlicher Logik wird man dahin geführt, dieses Urteil
als richtig anzusehen. Oder gibt es einen anderen Ausweg?
Das Stück wurde von Claudio Puglisi, der auch die Regie führte,
für die Bühne bearbeitet. Man kann ihm nur gratulieren. Stefan Weishaupt war ein hervorragender
Iwan Karamasow, klar, scharf, temperamentvoll, verzweifelt. Mit dieser Figur steht
und fällt die ganze Vorführung. Aber außer dem sinnig lauschenden, mehr gemüthaften Bruder Aljoscha
(Pasqualino Jacono) gab es noch drei weitere, bisher nicht erwähnte, stumme Mitwirkende: die Eurythmistinnen Gabriele Hemmeter und Gia van den Akker und
den Eurythmisten Juriaan Cooiman. Sie bewegten sich auf noch nie gesehene Art, sehr langsam, tastend,
gebärdenhaft, in den Vorgrund gleitend oder im Hintergrund verschwindend und
so zusammen mit der von Claudio Gregorat geschaffenen Cellomusik (am Cello:
Tamas Weber) die Atmosphäre des Grauens verdichtend oder lösend und auflockernd.
Warum fühlt man sich von diesem Stück so betroffen? Weil es leider
so brennend aktuell ist.