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Zu Beginn
des zwanzigsten Jahrhunderts ist immer mehr der Strom der Kulturtradition versiegt, der das Selbstverständnis des Menschen zuvor getragen hatte. Der Missbrauch des biologischen und des sozialwissenschaftlichen Denkens schuf ein Klima, in das die beiden machtvollen Gespenster des zwanzigsten Jahrhunderts eingreifen konnten: der Rassenwahn und der Klassenkampfwahn. Deren Macht ist noch keineswegs gebrochen und kann wohl auch erst überwunden werden, wenn eine neue Art des Denkens bestimmend wird. Johannes W. Schneider ab Seite 13 |
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1924,
fünf Jahre nach Eröffnung der ersten Waldorfschule in Stuttgart, soll Rudolf Steiner seine Erfahrungen in der Weise zusammengefasst haben, dass er sagte: »Wir müssen das Ruder ganz nach dem Künstlerischen herumwerfen.« Also mehr künstlerische Fächer? Wohl kaum. Mehr künstlerischen Schwung in allen Unterrichtsfächern? Davon kann man nie genug haben. Und doch, selbst wenn Steiner damals dieser Auslegung seiner Worte noch nicht nahegetreten sein mag: die künstlerischen Bemühungen sollten sich heute auf die Überwindung der institutionellen Grenzen der Schule, auf die Überwindung der »Sonderveranstaltung Lernen« richten. Immerhin, das Bild vom »Herumwerfen des Ruders« weist unmissverständlich auf eine Wende hin, die sich mit einem Winkel unterhalb der 180-Gradgrenze kaum begnügen dürfte. Rüdiger Iwan ab Seite 22 |
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