Ausgabe 02/2000

Inhalt


Leserforum



Brennpunkte

Parteispendenskandal.
Der Zaunkönig und das elfische Mysterium

(Achim Dewéth)

Zur Jahrtausendwende.
Fest der Geschichte

(Bijan Kafi)



Thema

Geschichte erleben

Geistige Impulse und
menschliches Handeln



Die symptomatologische Geschichtsbetrachtung Rudolf Steiners
(Christoph Lindenberg)

Kunst im Zeitalter ihres Verschwindens.
Paradoxien einer individualistischen
Gesellschaft
(Lorenzo Ravagli)

Im Strom der Neuzeit.
Gedanken zum dritten Jahrtausend

(Christoph Strawe)



Essay

Schwelle zu einer neuen Welt.
Das 15. Jahrhundert
(Joachim von Königslöw)



Tendenzen

Globalisierung, nachhaltige Entwicklung und Dreigliederung.
Interview mit Nicanor Perlas, Philippinen

Realistische wirtschaftliche
Minimalforderungen
(Matthias Mochner)



Feuilleton

Brücken (2).
Kontrast zwischen Natur und Technik.
Die Autobahnbrücke über die Mosel bei Winningen

(J. von Königslöw)

In Bildern denken.
Zur Ausstellung »Spyrogyra« von Tony Cragg in Stuttgart
(Roland Halfen)

Schicksalsdeutung.
»Orakel – Der Blick in die Zukunft«. Ausstellung in Zürich
(Matthias Mochner)

Kino:
The Sixth Sense.
Ein Film von M.N. Shyamalan

(Lorenzo Ravagli)

Theater:
Black earth.
Theaterprojekt der Company Circle-X Arts



Natur & Umwelt

Unter- und obersonnige Planeten im Vergleich
(Thomas Schmidt)

Übungen zum »Dynamischen Tierkreis-Zeichnen« (XI).
Von Steinbock zu Wassermann
(Rainer Schnurre)

Februar – Haselnuss
(Martin Sinzinger)



Forum Anthroposophie

Bemerkungen zur Konzentration und Meditation (2)
(Christian Guse)

Aspekte anthroposophischer Kulturwissenschaft.
Schriftenreihe des Hardenberg-Instituts.
Vorgestellt: Konturen Band 9
(Roland Halfen)



Rezensionen

Frank Teichmann:
Die ägyptischen Mysterien
(Roland Halfen)

Wolfgang Zumdick:
Das Geheimnis des Tauchbads
(Volker Harlan)

Cornelis Bockemühl (Hrsg.):
Erdentwicklung aktuell erfahren
(Meinhard Simon)

Werner Priever:
Aspekte des Unbewussten
(Michael Leiste)



Veranstaltungen

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen


Aber was
für einen erstaunlichen, schöpferisch-lebensvollen Beginn hatte diese Epoche! Hören wir eine Stimme aus jener Zeit, eine Stimme, die gerade jene schöpferischen Kräfte des Menschen beschwört: Nichts ist wunderbarer als der Mensch …
»So nahm er [Gott] den Menschen als ein Werk unbestimmter Art auf, stellte ihn in die Mitte der Welt und sprach zu ihm wie folgt:« Dir, Adam, habe ich keinen bestimmten Ort, kein eigenes Aussehen und keinen besonderen Vorzug verliehen, damit du den Ort, das Aussehen und die Vorzüge, die du dir wünschest, nach eigenem Beschluss und Ratschlag dir erwirbst. Die begrenzte Natur der anderen ist in Gesetzen enthalten, die ich vorgeschrieben habe. Von keinen Schranken eingeengt sollst du deine eigene Natur selbst bestimmen nach deinem Willen …«
Was hier formuliert wird, ist ja nicht weniger und mehr als eine neue »Runde« der Schöpfung. Nach einer solchen verlangte die mündig gewordene Menschheit am Beginn des neuen Zeitalters, und so schrieb sie die alte Schöpfungsgeschichte um. Der, der es tat als Bannerträger einer neuen Zeit, war ein Dreiundzwanzigjähriger: Giovanni Pico della Mirandola, Graf von Concordia (1463-1494).

Joachim von Königslöw
ab Seite 36
Wir leben
in einer Zeit, in der die Furie des Verschwindens durch die Alleen der Geschichte rast und deren weiten Mantel zerreißt.
Die Kunst als besonderes Lebensfeld, auf dem sich die schöpferische Produktivität manifestiert, beginnt in der Neuzeit zu verschwinden, weil der Technebegriff und die Technefertigkeit, die einst das gehütete Privileg der einzelnen Künste waren, in andere Lebensfelder auswandern und in diesen diffundieren. Wir sind nicht nur Schöpfer unserer Bauwerke, Bildnisse, Dichtungen, unserer musikalischen Kompositionen usw., wir sehen uns auch als Schöpfer unserer eigenen freien Moralität: Der Verlust und die Außerkraftsetzung der traditionellen Wert- und Moralvorstellungen, der seit der Aufklärung andauernde Entmythologisierungsprozess, zwingt uns dazu.


Lorenzo Ravagli ab Seite 14
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